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S T U D E N C I

Die Pfarrei und das Diözesansanktuarium des Allerheiligsten Herzens Jesu

   Die heutige Pfarrei Studenci mit dem Sitz neben der Hauptstraße auf dem Weg zwischen Ljubuški und Čapljina grenzt an die Pfarreien Humac, Čapljina und Međugorje. Sie besteht aus fünf Siedlungen. Zu der Stadtgemeinde Ljubuški gehören Studenci, Stubica und Teile von Crnopod, während die Dörfer Prćavci und Zvirovići auf dem Gebiet der Stadtgemeinde Čapljina liegen. Die Pfarrei trägt den Namen Studenci nach der gleichnamigen Siedlung, wo sie ihren Sitz hat. Der Name kommt von einer Menge Quellen des natürlichen kalten Wassers her, und in der alten kroatischen Sprache hieß "Quelle" "Studenac", Plural davon "Studenci".

Panorama Pfarrei Studenci

Pfarrei Studenci reiche Vielfalt an Quellen

   An den Ufern der Flüsse Studenčica und Trebižat gab es Siedlungen seit den ältesten Zeiten. Noch in der römischen Zeit war dieses fruchtbare und wasserreiche Gebiet auch durch die unmittelbare Nähe der Städten Narona (Vid bei Metković) und Mogorjelo bei Čapljina sowie der Militärsiedlung Bigeste bei Ljubuški attraktiv, aber auch durch die römische Straße, die von Bigeste durch Studenci und weiter durch das Engtal von Lukoć nach Norden führte. Mit Rücksicht darauf, dass diese Gebiete ein Teil der römischen Provinz Dalmatien waren, kam das Christentum nur einige Jahrzehnte nach Christi hier an, denn Hl. Paulus notierte, dass noch seines Lebens lang nach Dalmatien sein Schüler Titus ging (2 Tim 4,10).

   Die Erinnerung an diese Zeiten bewahren zahlreiche archäologische Ausgrabungen auf, die leider ungenügend erforscht sind.

   In Studenci wurden z.B. illyrisch-griechische Münzen gefunden bzw. zwei Drachmen der Stadt Dyrrhachium (229-100 vor Chr.), die aus der jüngeren Eisenzeit (3.-2. Jh. vor Chr.) stammen.

   Im Feldfriedhof von Rašići stehen ein urgeschichtlicher Tumulus und ein mittelalterlicher Friedhof. Auf einem Hügel neben der Straße stehen drei plattenförmigen Grabsteine, und alles stammt aus der Bronzezeit und dem Spätmittelalter.

   Neben der Quelle Studenac auf der Lokalität Kajtazovina gibt es eine mittelalterliche Nekropole mit vier kistenförmigen Grabsteinen, die aus dem Spätmittelalter stammen.

   Auf der Lokalität Crkvina befinden sich mitten im Feld am Fluss Studenčica urgeschichtliche Funde und eine römische Siedlung. Da sind haufenweise bearbeitete Steine und Fragmente der römischen Keramik und des Backsteins sowie seltene Fragmente der Architektur zu finden. Alles gehört zur älteren Eisenzeit (6.-5. Jh. vor Chr.) und zur römischen Zeit (1.-4- Jh. vor Chr.). Gerade auf dieser Lokalität wurde eine Mädchenstatue aus Bronze gefunden. Sie wird ins 6. Jahrhundert vor Christi datiert und stammt jedenfalls aus dem ehemaligen Etrurien, dessen Gebiet ungefähr mit dem des heutigen Toskanas in Italien übereinstimmt. Mit der einheimischen illyrischen Kunst aus dieser Zeit hat die Mädchenstatue nichts zu tun. Die Fachleute sind darüber einig, dass sie den heidnischen Illyrern als Kultobjekt diente, so dass sie wahrscheinlich Gestalt einer von denen verehrten Gottheit darstellte. Nach Studenci kam die Statue wahrscheinlich durch den Handel zwischen dem Stamm Delmaten und Etrurien, vielleicht auch durch die Plünderung. Heute wird sie im Landesmuseum in Sarajevo aufbewahrt.

   Die interessanteste ist aber auf jeden Fall die mittelalterliche Nekropole im Friedhof des Hl. Johannes Apostel in Gornji Studenci, wo sich 74 Grabsteine in Form von Platten, Kisten und Sarkophagen, hingestellt in Richtung Westen-Osten, befinden. Als Verzierung findet man: den tordierten Streifen, symbolische Zeichen, die Ranke, das Schild mit dem Schwert, anthropomorphe Motive. Alles stammt aus dem Spätmittelalter und beweist direkt die große Bevölkerungsdichte dieses Gebietes vor der türkischen Ankunft (1482).

Nekropole im oberen Studenci

   Obwohl alle genannten Funde sehr wertvoll sind, sind nur einige entsprechend geschützt, indem sie in den Museen untergebracht sind oder tief unter der Erde liegen.

   Studenci werden als Siedlung auch in der ersten türkischen Volkszählung aus 1477 erwähnt. In den späteren türkischen Volkszählungen ebenso.

   Zvirovići und Prćavci, heute zu der Pfarrei Studenci gehörend, werden in kirchlichen Gläubigenverzeichnissen aus dem 18. Jh. erwähnt, aber als Teile der Pfarrei Brotnjo bzw. Pfarrei Gabela nach ihrer Gründung im 19. Jh. Andererseits gehörten Studenci damals laut gleichen Verzeichnissen zur Pfarrei Veljaci bzw. später zur Pfarrei Humac als diese Mitte des 19. Jhs. gegründet wurde.

   1908 gründete der damalige Bischof von Mostar Paškal Buconjić, nachdem er einige Teile der Pfarreien Gabela und Humac absonderte, die Pfarrei Studenci. Er verband damit die Siedlungen Studenci, Zvirovići, Prćavci und Stubica und ein Teil von Crnopod wurde später hinzugefügt, da einige Pfarrkinder von Studenci dorthin übersiedelten. Als den himmlischen Patron der Pfarrei bestimmte Bischof den Allerheiligsten Herzen Jesu und für ihren Pfarrer Don Marijan Kelava, der am Anfang in einem bescheidenen ausgemieteten Dorfhaus wohnte. Im Laufe des Herbsts desselben Jahres baute der Pfarrer ein neues Pfarrhaus. In seinem Keller feierte er die Weihnachtsmesse, und er selbst bezog im Frühjahr 1909 das Haus. In den folgenden Jahren fing er mit den Vorbereitungen für den Bau der Pfarrkirche. Die Bauarbeiten wurden aber durch den ersten Weltkrieg unterbrochen, so dass die Kirche viel später (1934-1938) unter Leitung des Pfarrers Don Jure Vrdoljak errichtet wurde.

   Noch 1908 dachte man an die Eröffnung einer Schule, dies war aber erst 1933 möglich, als man dank Pfarrer Fra Grgo Vasilj in zwei Häusern, ausgemietet von Ivan Keža und Marijan Ereš, gleichzeitig mit der Arbeit von zwei Grundschulen anfing. Der erste Lehrer war Paško Zjačić aus Šibenik. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden auch in allen anderen Dörfern die Schulen eröffnet und jede hatte auch das eigene Gebäude. Heute sind auf dem Gebiet der Pfarrei drei Grundschulen tätig: in Studenci, Prćavci und Zvirovići.

   Während des zweiten Weltkriegs war die Pfarrei katastrophal zerstört. Am Ende des Krieges, als die Pfarrei etwa über 2.000 Mitglieder hatte, wurden 257 Gläubigen und vier Priester aus der Pfarrei getötet: Dr. Fra RadeVukšić, Fra Andrija Jelčić, Fra Nenad Pehar und Fra Lujo Milićević sowie der ehemalige Pfarrer Fra Grgo Vasilj. Einige kamen im Krieg ums Leben und die Mehrheit wurde unschuldig ohne Gerichtsverhandlung nach dem Kriegsende 1945 von den Partisanen getötet.

Im Hof ​​der Pfarrkirche: Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges und Heimatschutz

   Bis 1945 waren in der Pfarrei folgende katholische Gemeinschaften tätig: Der dritte Orden des Hl. Franziskus, Gemeinschaft des Herzens Jesu, Katholische Aktion und Gemeinschaft für Evangelisation. Danach folgte die kommunistische Verfolgung der Kirche, so dass diese Gemeinschaften mit ihrer Arbeit aufhörten. Der damalige Pfarrer Msgr. Andrija Majić war, obwohl unschuldig, zweimal im Gefängnis (1949-1950 und 1958-1962). Zahlreiche Pfarrkinder wurden auch verfolgt und mit jenen ins Ausland geflüchteten Familienangehörigen konnte keiner Kontakt aufnehmen. Die Armut und Hungersnot waren häufig bis in die 60er Jahren des 20 Jhs., als die ersten Pfarrangehörigen Reisepässe bekamen und auswanderten. Die Tendenz einer massenhaften Auswanderung von jungen Leuten in andere Gebiete oder ins Ausland dauerte bis zur Mitte der 80er Jahre, was die Pfarrei in jedem Sinne schwer beeinträchtigte.

   In Stubica wurde 1975 die Filialkirche des Hl. Stephanus, des ersten Märtyrers, erbaut und die Pfarrei hat heutzutage 10 Friedhöfe mit je einer schönen Kapelle.

   Seit der Gründung der Pfarrei hatte sie 11 Pfarrer und Pfarrverwalter, davon zwei Franziskaner, und sie wurden durch 17 Pfarrvikare verholfen. Seit 1967 waren mit Unterbrechungen die Ordensschwestern von der Gemeinschaft der Dienerinnen von Kleinem Jesu tätig, die 1890 von Erzbischof von Sarajevo Josip Stadler gegründet wurde. Seit 1996 wird zweimal jährlich das Pfarrblatt Povezanost (Verbundenheit) veröffentlicht. Erfolgreich wirken zwei Gesangchöre (der große Chor und der Kinderchor), das Mandolinenorchester "Zlatno srce" (das Goldene Herz) und das Folklorverein "Studenčica".

   In der Pfarrei, die heute 2110 Mitglieder in 481 Familien zählt, wurde immer ein reiches kirchliches Leben geführt. Das ist einer der Hauptgründe, warum die Ehescheidungen in der Pfarrei fast kein Thema sind, und dass aus der Pfarrei 22 Priester und 9 Ordensschwestern stammen. Alle Pfarrer pflegten die Volksfrömmigkeit dem Allerheiligsten Herzen Jesu und der Seligen Jungfrau Maria gegenüber, so dass sich Gläubige aus verschiedenen Gegenden besonders zum Feiertag des Herzens Jesu um die Pfarrkirche gern sammelten.

   Mit Rücksicht auf das Ersuchen des Pfarrers und der aus der Pfarrei Studenci stammenden Priester sowie auf die langjährige Tradition des Verehrens des Herzens Jesu verkündete Bischof Ratko Perić am 19. Juni 1998 aus Anlass des 90. Jahrestags der Pfarrgründung und des 60. Jahrestags des Kirchenbaus die Pfarrkirche in Studenci für das Diözesanheiligtum des Allerheiligsten Herzens Jesu. Dies munterte Gläubige auf, sich noch mehr um die Kirche zu versammeln und immer häufiger sind auch die Pilgergruppen aus dem Ausland.

Pilger aus der ganzen Welt zum Heiligtum kommen